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Warum ratifizieren Länder internationale Kinderarbeitskonventionen? Eine Ereignisanalyse der Ratifizierung des Übereinkommens über das Mindestalter für Beschäftigung

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Der Beitrag untersucht anhand einer Ereignisanalyse von 1973 bis 2005, weshalb Länder die Konvention Nr. 138 der Internationalen Arbeitsorganisation ratifizieren, die Kinderarbeit untersagt. Die Ratifizierung internationaler Konventionen ist bedeutsam, da sie eine Anerkennung weltgesellschaftlicher Normen darstellt. Die Konvention gegen Kinderarbeit ist besonders interessant, weil sie sehr konkrete Anforderungen an die Länder stellt, ihre Arbeitsmarktgesetze und -strukturen zu verändern und somit sozioökonomische Kosten nach sich ziehen kann. Weltgesellschaftliche Argumente des Neoinstitutionalismus der Stanforder Schule bestätigend, wird quantitativ-empirisch gezeigt, dass die Ratifizierung wenig von ökonomischen Merkmalen eines Landes oder dessen außenpolitischem Kalkül geprägt wird, wie es die Entwicklungsliteratur und die realpolitische Perspektive der Internationalen Beziehungen nahe legen. Vielmehr prägen globale Diskurse und Initiativen, die durch weltweit agierende Organisationen in die Länder getragen werden, nationalstaatliches Ratifizierungsverhalten nachhaltig. Wesentlich hierfür sind die organisatorische Einbindung eines Staates in die Weltgesellschaft und weltgesellschaftliche Ereignisse. Es zu folgern, dass UN-Organisationen und Konferenzen sowie NGO-Aktivitäten nicht als "talk shops" abzutun sind, sondern die Anerkennung weltgesellschaftlicher Normen durch Staaten erheblich vorantreiben können.

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