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Die Diffusion marktwirtschaftlicher Schlüsselkonzepte in Mittel- und Osteuropa. Eine linguistische Analyse.

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Unser Beitrag stellt einen Zwischenbericht über Ergebnisse des Projekts "Der Marktdiskurs als Indikator von Globalisierung und Transformation. Eine diskursanalytische Untersuchung marktwirtschaftlicher Schlüsselbegriffe in Russland und Tschechien" dar, welches im Rahmen des WU-Forschungsschwerpunktes "Management across Borders" am Institut für Slawische Sprachen durchgeführt wird. Das MaxB- Schwerpunktthema "Diffusion" wird dabei aus der Perspektive und mit Methoden der Linguistik aufgearbeitet. Wir betrachten Diffusion als einen interkulturellen Prozess im weitesten Sinne, nämlich als "die Ausbreitung und das Annehmen neuer Kulturelemente wie z.B. Ideen, Werte oder auch Managementpraktiken in einer Gesellschaft", also von Innovationen, welche "im Endeffekt technischen und sozialen Wandel bewirken" (Hoffmann/Doleschal, in Druck). Da sich gesellschaftlicher Wandel immer auch sprachlich manifestiert, hat sich unser Projekt zum Ziel gesetzt, die wirtschaftliche Transformation in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) beispielhaft anhand bestimmter Phänomene im Russischen und Tschechischen zu untersuchen. Konkret geschieht dies durch das Nachverfolgen der Diffusion zentraler marktwirtschaftlicher Konzepte (z.B.: "Markt", "Qualität", "Effizienz"/"Leistung", "Gewinn", "Konsument/in", "Kunde/in") in die betreffenden Sprachen als Gradmesser für die "Vermarktlichung" (marketisation) des Diskurses in verschiedenen Gesellschaftsbereichen Russlands und Tschechiens. Wir betrachten die wirtschaftliche Transformation in den MOEL als einen interkulturellen Diffusionsprozess, bei dem sich als Folge der Konfrontation von Planwirtschaft und Marktwirtschaft etwas Neues entwickelt. Das bedeutet für die konkreten Fälle Russland und Tschechien, dass das System der Marktwirtschaft mit seinen Prinzipien und Implikationen angenommen, dabei aber auch an die jeweilige Situation und an bestimmte in den betreffenden Gesellschaften schon vorhandene Ideen ("Konzepte") angepasst wird. Dieser interkulturelle Prozess betrifft auch diejenigen Konzepte, die den in westlichen Ländern häufig gebrauchten Schlüsselbegriffen der Marktwirtschaft (wie die erwähnten "Markt", "Qualität" usw.) zu Grunde liegen. Obwohl diese Konzepte für die Gesellschaften des ehemaligen Ostblocks weitgehend neu sind, werden sie nach ihrer Übernahme häufig durch Wörter ausgedrückt, die schon seit langem in den jeweiligen Sprachen vorhanden sind. Deshalb werden die neu eingeführten Konzepte auch von den traditionellen Wortbedeutungen beeinflusst, ein komplexer Prozess konzeptueller und semantischer Veränderungen und Wechselwirkungen kommt in Gang. Anhand eines ausgewählten Schlüsselkonzepts wird gezeigt, wie die Diffusion marktwirtschaftlichen Gedankengutes im öffentlichen und privaten Diskurs der Reformstaaten verlaufen und auf welch unterschiedliche Weisen ein Konzept sprachlich ausgedrückt werden kann. Schließlich werden die praktischen Implikationen einer derartigen Analyse für die Interkulturelle Wirtschaftskommunikation aufgezeigt. (Autorenref.) ; Series: WU-Jahrestagung 2002

Resource author

Barbara Müller, Johanna Petters, Ursula Doleschal

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de

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application/pdf

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http://epub.wu.ac.at/1420/1/document.pdf

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